Breezer Beltway 11+ Das Trekkingbike mit Riemenantrieb im Alltagstest

Trekkingrad mit Riemen Breezer Beltway 11+

Ich bin umgestiegen. Seit gut einem halben Jahr fahre ich Riemen. Nach Jahrzehnten auf Fahrrädern mit Kette habe ich mir endlich ein Trekkingbike für den Alltag mit Riemenantrieb zugelegt. Ja, endlich. Schon lange nervt mich die Ölmatsche an der Kette, die sich aus Schmiermittel in Kombination mit dem Staub der Waldwege ergibt. Ja, ich weiß, eine Kette kann und sollte man reinigen – aber nach neun Stunden im Büro sehne ich mich nach anderem, als nach schwarzen Fingern und einem versauten Garagenboden. Jetzt habe ich die ersten 2.000 km auf meinem Breezer Beltway 11+ hinter mir. Und bin begeistert.

Design und Technik des Trekkingrads sind überzeugend

Neben der Technik waren drei weitere Kriterien bei der Suche nach meinem neuen Bike wichtig:
1. Ein Fahrrad für den Alltag braucht bei mir ein gewisses Design-Niveau. Ich nutze es so oft, dass auch mein Auge seinen Spaß an der Sache verlangt.
2. Das Fahrrad muss leicht sein: Ich will es auch mal in den Kofferraum werfen oder im Zug mitnehmen.
3. Ich muss es auch mal in der Öffentlichkeit abstellen können, ohne ein Vermögen aufs Spiel zu setzen.

Damit waren Carbon, Rohloff-Schaltung oder der geniale Pinion-Antrieb außerhalb der Reichweite. Bei meinem lokalen Fahrradladen stolperte ich dann über das Breezer-Rad. Das Design sprach mich auf den ersten Blick an. Bei den Antriebsvarianten entschied ich mich für die Shimano Alfine 11-Gang und den Gates CDX Riemen.

Breezer Trekkingrad Rahmen

Alfine 11-Gang Nabenschaltung in der Praxis

Auf meinem täglichen Weg überwinde ich 200 Höhenmeter. Die höchste Steigung liegt bei ca. 8 %. Mir war klar, dass die Alfine 11-Gang in der Entfaltung nicht an die üblichen 27 oder 30 Gänge der Kettenschaltung heranreicht. In den großen Gängen passt das perfekt. Bei Gefälle lässt sich locker bis fast 50 km/h mittreten. Bergauf ist das eingeschränkter. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass eine Pedalumdrehung im kleinsten bzw. größten Gang der Alfine 11 mit den 28-Zoll-Laufrädern in 2,50 m bis 9,40 m Strecke umgesetzt wird. Bei der Shimano SLX 27-Gang meines vorherigen Rads sind es nach meinen Messungen 1,80 m bis 9,35 m.

Für die 8 % Steigung, die meinen Kreislauf morgens in Schwung bringen, reicht das gut aus. Wenn es steiler wird, sollte die Steigungsstrecke für meine Waden gerne nur kurz sein.

Die Alfine schaltet sauber. Schnelles Runterschalten funktioniert nur eingeschränkt, da mit einem Schaltungshub nur zwei Gänge geschaltet werden. Wird die Ampel rot, muss man mehrfach auslösen, um anschließend gut anfahren zu können. Sehr selten stolpert die Schaltung mal, sodass man eine Vierteldrehung ins Leere tritt.

Riemenantrieb und Alfine-Nabe

Gates – Riemenantrieb: Meine Erfahrung

Ehrlich gesagt war ich auf den ersten 100 km nicht wirklich von meinem neuen Rad überzeugt. Der Riemen selbst hat mehr Widerstand als eine gut gepflegte Kette, was insbesondere am Anfang deutlich zu spüren war. Nach einer gewissen Strecke legte sich das und ist heute wenig zu spüren. Die Physik dahinter ist klar. Die Kette hat nur oben den Zug und läuft dann locker über Kettenblatt und Ritzel. Der Riemen braucht eine Grundspannung über beide Zugrichtungen, um die Kraft sicher zu übertragen. Erst bei höherer Trittfrequenz, wenn die Kette über die Reibung der Kettenglieder beim Umlenken zunehmend Widerstand erfährt, bleibt der Riemen in seinem Verhalten konstant und hat einen Vorteil. Das ist aber mehr Theorie als spürbare Praxis.

Mein Gates-Riemen läuft jetzt sein 2.000 km problemlos. Zweimal habe ich ihn mit Wasser saubergespült und weder Hände noch Auto bekommen im Mobilitätsmix „Kofferraum“ Flecken. Das ist großartig.

Kabelabdeckung Unterrohr Breezer

Technische Details, die Spaß machen

Der Riemen ist ein geschlossener Ring und nötigt den Rahmenbauer dazu, den Rahmen im Bereich des Hinterrads so zu konstruieren, dass man ihn öffnen kann. Nur so kann der Riemen durch den Rahmen zum Hinterrad geführt werden. Beim Breezer ist das so verdeckt gemacht, dass man es nur sieht, wenn man danach sucht. Keine Schraube oder Verbindung ist sichtbar. Es sind eben oft die Details, an denen man die Kompetenz erkennt.

Die Führung der Züge und Kabel ist im Bereich des Unterrohrs in einer Rinne versenkt und mit einer Kunststoffblende abgedeckt. Eine gute Kombination aus Schutz und Zugänglichkeit.

Mit zwei Shimano BR MT-200 Scheibenbremsen, ergonomischen Griffen, der AXA Blueline 50 Lichtanlage mit Standlicht vorne und hinten, langen Radschützern und einem robusten Racktime Gepäckträger hat mein Breezer Beltway 11+ alles, was ich brauche und bleibt damit unter 15 kg.

 

Breezer: der Name klingt nach Mountainbike

Mein Bike sollte nach Möglichkeit von keiner der großen Marken sein. Ich bin einfach kein Volkswagen-Typ und das Rad ist für mich ein Stück Lebensstil. Die Marke, die 1974 von Joe Breezer in Kalifornien gegründet wurde, gehört zu den ganz frühen Mountainbike-Marken und hat bis heute einen unglaublichen Erfahrungsschatz gesammelt. Sie behauptet von sich, Räder für verschiedene Gelände zu bauen – mit unbeschwerten und lebhaften Fahrverhalten, die dem Fahrern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Auch wenn solche Werbeaussagen immer kritisch zu betrachten sind, kann ich nicht abstreiten, dass es diesem Rad bei mir immer wieder gelingt.

 

Mein Fazit

Ich mag das Design mit matten, dunkelgrauen Lack, geformten Rohren und aufgebrachten kontrastierenden Details. Rahmengeometrie und sicheres Fahrverhalten durch hohe Rahmensteifigkeit passen perfekt. Das Fahrrad vermittelt ein sicheres Gefühl auf verschiedensten Untergründen. Die wartungsarme Technik ist bisher ein Versprechen, das eingehalten wurde. Wir werden sehen, wie es nach 10.000 km aussieht. Mit rund 1.650 Euro Kaufpreis habe ich das Gefühl, eine echt gute Leistung geboten zu bekommen.

„Für mich ist Radfahren die selbstverständlichste Fortbewegungsart.“

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