5 Tipps für deine erste Rennrad-Fahrt

Rennradfahrer

Hoher Sattel, tiefer Lenker, viel zu schnell und diese Sitzposition – geht das nicht auf den Rücken? Auf einem Rennrad zu fahren, ist für jemanden, der es nicht gewohnt ist, eine ganz schöne Umstellung. Mit diesen fünf Tipps versuch ich dir deine erste Rennrad-Fahrt ein bisschen zu vereinfachen.

Träumst du auch manchmal davon, in sportlicher Sitzposition über den Asphalt zu sausen? Bei mir fing meine Liebe fürs Rennrad genau so an – und zwar wortwörtlich. Ich habe eines Tages vom Rennradfahren geträumt und wusste, ich muss eins haben. Also hab ich’s ausprobiert. Erst mit dem Rad einer Freundin. Wenige Wochen später dann mit einem gebrauchten Rennrad von Ebay. Und was soll ich sagen? Ich liebe es. Aber die ersten Fahrversuche waren schon ungewohnt. Durch den tiefen Lenker, kam mir das Bike merkwürdig klein vor. Wie pack ich den Lenker an? Und wie zum Teufel schaltet man bei so einem Ding? Die fünf wichtigsten Tipps, die mir bei meinen ersten Rennrad-Fahrten geholfen hätten, hab ich euch mal zusammengestellt:

#1 Einstellung ist alles

Bevor du dich auf den Sattel schwingst und deine erste Rennrad-Tour bestreitest, solltest du etwas Zeit der Einstellung von Sattel und Lenker widmen. Fang dazu als erstes bei der Sattelhöhe an. Dazu musst du dich auf den Sattel setzen und beide Füße auf den Pedalen positionieren. Am besten bittest du einen Freund, dein Rad währenddessen festzuhalten. Strecke ein Bein durch und setze die Ferse aufs Pedal. Ist das Bein leicht durchgestreckt, hat das Rad die richtige Sattelhöhe. Um herauszufinden, wie weit vor oder zurück du den Sattel schieben musst, setze beide Füße mit dem Ballen auf die Pedale und bring sie in die gleiche Höhe. Das vordere Knie sollte jetzt genau über dem Pedal sein. Ist das nicht der Fall, musst du deinen Sattel noch ein Stück vor bzw. zurück setzen.

Die Einstellung des Lenkers ist da ein wenig individueller. Sie hängt davon ab, wie aggressiv deine Sitzhaltung sein soll. Ein tiefer Lenker sorgt für mehr Aerodynamik. Ein höherer macht das Fahren komfortabler. Am besten probierst du einfach mal aus, wie sich verschiedene Lenkerpositionen anfühlen und stellst den Lenker ganz nach deinem Gusto ein.

#2 Den richtigen Gang finden

An den meisten Rennrädern schaltest du, indem du die Bremshebel nach innen drückst bzw. den kleinen Schalter am Bremshebel betätigst. Mit dem linken Hebel wechselst du zwischen den vorderen Kettenblättern, mit dem rechten zwischen den hinteren Ritzeln. Schalte immer nur beim Treten und möglichst nicht unter Last – also z.B. während du dich einen steilen Berg in einem zu hohen Gang hochkämpfst.

Und ganz wichtig: Auf einem Rennrad bist du meist schnell unterwegs – logisch. Um schnell zu bleiben bzw. schnell wieder Geschwindigkeit aufzunehmen, solltest du besonders vorausschauend fahren. Bremst du vor einer roten Ampel ab, schalte schon auf den letzten Metern in einen niedrigeren Gang, um bei Grün wieder schnell in Fahrt zu kommen. Liegt ein steiler Anstieg vor dir, wähle frühzeitig einen leichteren Gang, ums dir – und deinem Rad – nicht unnötig schwer zu machen.

Rennrad-Tour durch die Eifel
// Bild: Bikefolks

#3 Die Kurve kriegen

Mit Speed um eine Kurve zu fahren, fühlt sich erst mal komisch an. Vor allem, wenn man zum ersten Mal auf einem Rennrad sitzt. Zum Glück gibt’s einen ganz einfachen Trick, mit dem es dir leichter fällt, das Gleichgewicht zu halten: Das Bein, das in der Kurve innen ist solltest du anwinkeln – das andere gestreckt haben. Jetzt kannst du das Knie des angewinkelten Beins leicht in die Kurve neigen. So behältst du die Kontrolle übers Bike. Auch wenn die Kurve eng ist und du schnell unterwegs bist.

#4 Wohin mit den Händen?

Drei typische Handpositionen gibt’s auf dem Rennrad: am Oberlenker, am Unterlenker und an den Schalt-/Bremsgriffen. Die drei Positionen haben dabei verschiedene Vor- und Nachteile und werden in unterschiedlichen Situationen eingenommen: Ich persönlich fahre die meiste Zeit über mit den Händen an den Hebeln. Schlichtweg, weil ich es am komfortabelsten finde, man volle Kontrolle übers Rad hat und schnell schalten und bremsen kann. Für eine aerodynamischere Haltung legst du die Hände an den Unterlenker – also an die „Hörnchen“ des Bikes. Vor allem bei Abfahrten, auf denen du richtig Fahrt aufnehmen willst, macht das Sinn. Um deine Sitzhaltung etwas aufzulockern und Arme und Schultern zu entlasten, lege die Hände auch immer mal wieder auf den Oberlenker. Damit sitzt du aufrechter. Achte bei dieser Handposition aber darauf, die Hände nicht zu weit innen zu positionieren – um die Kontrolle zu behalten und die Brems-/Schalthebel schnell erreichen zu können. Es macht Sinn, die Handpositionen regelmäßig zu wechseln, um angespannte Bereiche des Körpers immer mal wieder zu entlasten.

#5 Die große Angst vor den Klicks

Ja, zugegeben: Klickpedale machen erst mal Angst. Denn musst du mal abrupt bremsen und kommst zum Stillstand, reicht es nicht die Füße von den Pedalen zu ziehen, da sie durch die Klicks fest mit dem Rad verbunden sind. Aber das hat auch große Vorteile: Du kannst viel mehr Druck auf die Pedale ausüben und beanspruchst mehr Muskeln, da du beim Pedalieren nicht nur trittst, sondern auch ziehst. Außerdem hast du mehr Kontrolle über dein Rad.

Doch das Fahren mit Klickpedalen fordert ein bisschen Übung: Um die Cleats (das Befestigungssystem unterm Schuh) von den Pedalen zu lösen, musst du deine Ferse nach außen drehen. Bevor du dich auf deine erste Tour mit Klickschuhen und -pedalen machst, übe das Ein- und Ausklicken erst eine Weile im Stehen – und dann auf einem Gelände, auf dem du weich fällst, solltest du es mal nicht rechtzeitig aus den Pedalen schaffen.

Rennrad-Tour durch die Eifel
// Bild: Bikefolks

 

Und noch ein Bonus-Tipp: Bist du dir nicht sicher, ob das Rennradfahren was für dich ist, mach’s wie ich und leih dir von einem Freund eins aus und fahr einfach mal ein paar Tage damit durch die Gegend.  Höchstwahrscheinlich wirst du es sehr bald gar nicht mehr hergeben wollen.

// Titelbild: iStock.com/piola666

„Stau? Kenn ich nur von der Critical Mass."

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