Pendeln mit dem Rad – gesünder geht’s nicht

Fahrrad auf der Kennedybrücke in Bonn

// Bild: bikefolks/Inka

Bis vor etwa anderthalb Jahren bin ich jeden Morgen mit dem Zug von Bonn nach Hürth gefahren, um zur Arbeit zu kommen. 25 Minuten lang stand ich Rücken an Rücken mit Personen, die sich – ähnlich wie ich – über die Menschenmassen ärgerten, denen sie Tag für Tag ausgeliefert sind. Im Sommer schwitzige Arme, die man unfreiwillig streift, klebrige Haltestangen, die man nur widerwillig umgreift und im Winter hustende und schnäuzende Berufstätige, die besser im Bett geblieben wären.

Mit meinem Jobwechsel kam dann eine ganz neue Erfahrung: Anstatt 25 Minuten lang im Zug zu stehen und sich auf der gesamten Fahrt nur von dort weg zu wünschen, verbringe ich die gleiche Zeit jetzt auf dem Rad. Anfangs war das hin und wieder schon mal eine Überwindung – gerade bei Regen oder Eiseskälte. Mittlerweile habe ich das Gefühl, anders werde ich morgens gar nicht wach.

Und der tägliche Arbeitsweg an der frischen Luft hat einen weiteren Vorteil, den ich im letzten Jahr stark gespürt habe: Ich werde seltener krank. In den vorigen Wintern litt ich jährlich unter einer latenten Dauererkältung, die erst mit dem Frühling allmählich abklang. Seitdem ich an jedem Arbeitstag 12 km auf dem Rad unterwegs bin, weiche ich den großen Grippewellen aus und fühle ich mich fitter.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Weniger Nähe zu „Bazillenschleudern“, mehr frische Luft, mehr Bewegung. Ein richtiger Push fürs Immunsystem. Damit das Radeln im Winter nicht krank macht, braucht’s aber natürlich passende Kleidung. Warm, aber nicht zu warm und schön atmungsaktiv. Die Kleiderwahl fällt morgens schon mal schwer, aber mittlerweile bin ich routiniert: Funktionskleidung und Jacke anziehen und auf der Terrasse kurz austesten, wie kalt es ist. Ein kleines bisschen frieren darf ich. Schließlich wird mir beim Radeln schon warm. Auf der Arbeit ziehe ich mich um, denn so ganz bleibt das Schwitzen auch im Winter nicht aus.

Die einen schwören auf Saftkuren, die anderen auf Wechselduschen. Ich setze auf mein Rad, wenn es um meine Gesundheit geht.

„Stau? Kenn ich nur von der Critical Mass."

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1 Comment

  • Das Thema Kleidung beim Bike-Commuting ist ein spannendes. Wie bin ich sichtbar, wenn ich im Dunklen fahre? Was ist bequem funktioniert und sieht cool aus? Das wäre ein Artikel bei den Bikefolks wert.

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